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aktualisiert: 2010-07-18
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Farben werden in der Regel nach zwei unterschiedlichen Prinzipien gebildet, der additiven oder der subtraktiven Farbmischung. Um die gebildeten Farben genau identifizieren und verwenden zu können, bedarf es allerdings genauer Regeln, welche das Zustandekommen der Farben beschreiben. Die nach diesen Regeln gebildeten Farben bilden einen zusammenhängenden Farbraum.
Die bekanntesten Farbräume sind der RGB-Farbraum für optische Medien wie Fernseher oder Monitore und der CMYK-Farbraum, welcher vorwiegend bei Printmedien zum Einsatz kommt. Während der RGB-Farbraum durch additive Farbmischung das RGB-Farbschema ergibt, wird beim CMYK-Farbraum durch subtraktive Farbmischung das CMYK-Farbschema gebildet. Wie die folgenden beiden Bilder zeigen, stellt hierbei das eine Farbschema exakt das Negativ des anderen dar.
Die Grundlage für die Gestaltung von Webseiten bildet das RGB-Farbschema.
Im RGB-Farbraum werden die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau in
unterschiedlichen Verhältnissen zueinander addiert,
um eine resultierende Farbe zu ergeben.
Dies läßt sich dadurch ausdrücken, daß man jeder Farbe eine
Sättigung von 0% bis 100% zuordnet. So entsteht ein theoretisch
unendlich großer Farbraum, da sich die Sättigung nicht
auf ganze Prozentzahlen beschränkt, sondern auch jeden beliebigen
gebrochenen Wert zwischen 0 und 100 erlaubt. Beispielsweise beschreiben
folgende Angaben genau eine der im im RGB-Farbraum enthaltenen Farben.
Rot : 60,06% Grün: 50,64% Blau: 70,56%Mit Hilfe eines Grafikprogrammes läßt sich das ungefähre Aussehen dieser Farbe, welche im nebenstehenden Schema des RGB-Farbraumes bei dem Punkt A lokalisiert ist, bestimmen. Allerdings handelt es sich nicht um die exakte Farbe, sondern um eine über Rundungen errechnete. Warum dies so ist, wird im Folgenden deutlich werden.
Computer rechnen nicht mit dem Dezimalsystem, sondern mit dem Binärsystem. Wenn ich Rot, Grün und Blau jeweils z.B. 1bit zuordnen würde, erhielte ich eine Farbpalette, in der die Grundfarben entweder mit 0% oder 100% Sättigung enthalten wären. Das Farbschema bestände aus acht Farben. Tatsächlich existiert eine kleine Palette aus 16 Farben, in der diese acht Farben vertreten sind. Dies ist die Palette der 16 VGA-Farben, der Minimalstandard für Farbmonitore. Ein großzügigeres Farbschema, welches die Darstellung komplizierter Farbverläufe und Fotos erlaubt wird erreicht, indem man jeder der drei Farben nicht nur ein bit, sondern acht bit zur Verfügung stellt. Jedes bit kann zwei Werte annehmen, es resultieren also 16 Werte, welche in irgendeiner beliebigen Kombination auftauchen dürfen, damit sind 162 = 256 Farbabstufungen möglich. Jede der 256 Stufen drückt nun einen Sättigungsgrad der Farbe aus, wie es auch die Prozentzahlen taten (Bei prozentualen Angaben sind unendlich viele Abstufungen möglich, es resultiert ein analoger Farbraum mit unendlich vielen Farben, im zweiten Falle mit begrenzten und diskreten Werten resultiert ein digitaler Farbraum mit endlich vielen Farben).
Wenn man die Kombinationsmöglichkeiten der 256 Farbstufen der einzelnen Grundfarben berechnet, erhält man 2563 = 16.777.216 mögliche Farben. Dieses ist nun tatsächlich das von den meisten derzeitigen Computern verwendete 24bit-Farbschema, welches unter dem Namen TrueColor bekannt ist. Eine Farbe dieses Farbraumes kann beispielsweise folgendermaßen notiert werden:
Rot : 127 Grün: 88 Blau: 214Wie diese Farbe dann aussieht, wird wieder im Grafikprogramm deutlich.
Erstaunlicherweise gibt es in dieser Fülle von über 16 Millionen Farben nur eine geringe Anzahl an reinen Graustufen. Graustufen entstehen, wenn der Anteil von Rot, Grün und Blau an einer Farbe gleich ist. Da es im 24bit-Farbschema 256 Abstufungen gibt, existieren also auch genau 256 Grautöne (im gesamten theoretischen RGB-Farbraum wären natürlich unendlich viele Graustufen möglich).
Jetzt ist es nur noch ein kleiner Schritt von generellen Beschreibungen einer Farbe zur Notation dieser innerhalb einer Webseite. Es bedarf eines Ausdruckes, welcher diese Farbangaben kodiert, damit ein Browser die Farben verstehen und umsetzen kann. Mehrere Ausdrücke sind tatsächlich möglich:
rgb(Rot,Grün,Blau) , auf obiges Beispiel
angewendet, rgb(127,88,214). Hier wird
einfach der Wert der einzelnen Grundfarben durch Kommata
getrennt in Klammern gesetzt und rgb davor geschrieben.
Eine gebräuchlichere Ausdruckweise ist allerdings jene, die Zahlen nicht dezimal, sondern hexadezimal anzugeben. Der hexadezimale Farbcode zu obigem Beispiel lautet dann, mit Rot 127dez → 7Fhex , Grün 88dez → 58hex und Blau 214dez → D6hex , folgendermaßen:
Hexadezimal: Beispiel #7F58D6.
Da Groß- und Kleinschreibung im hexadezimalen Farbcode
nicht unterschieden wird, können die Buchstaben auch klein
geschrieben werden: #7F58D6 = #7f58d6.
Im hexadezimalen Farbcode werden also einfach die Werte für Rot, Grün und Blau hinter eine voranstehende Raute ohne jegliche Leerzeichen, Trennzeichen oder Anführungszeichen geschrieben. Bei den ersten zehn Ziffern, welche im dezimalen und hexadezimalen System übereinstimmen, ist hier eine führende 0 zwingend erforderlich.
Wenn der hexadezimale Farbcode aus drei paarweise auftretenden
Werten aufgebaut ist, besteht zusätzlich die Möglichkeit,
die Angaben zu verkürzen: beispielsweise wird aus #77AA44
durch Verkürzung #7A4, es wird also jeweils eine der
doppelten Ziffern bzw. Buchstaben aus dem hexadezimalen
Code gestrichen. Man kann diese Ziffernpaare zu einer eigenen Farbpalette
zusammenfassen und erhält einen
Farbraum von 4096 Farben
rgb(Rot%,Grün%,Blau%)
Auch die prozentuale Notation der Farben ist erlaubt. Allerdings trifft
man hier auf einige Schwierigkeiten, denn diese relativen Angaben
müssen erst in computerverständliche Zahlen umgerechnet
werden. Es muß also eine Beziehung zwischen den prozentualen Werten und
den 256 Farbabstufungen geschaffen werden. Da die Skala der diskreten
Abstufungen von 0 bis 255 geht, lautet der
Umrechnungsfaktor 100/255 = 0,3921568627450980...
Falls die Umrechnung keinen glatten Wert liefert, was nur bei 0%, 20%, 40%, 60%, 80% sowie 100% der Fall ist, muß das Ergebnis gerundet werden. Ob aufgerundet wird, was einem helleren Farbton entspricht, oder abgerundet entsprechend einem dunkleren Farbton, bleibt dem verwendeten Browser überlassen. Einen Eindruck von einer prozentualen Palette gibt das Palettenbeispiel aus prozentualen Farbwerten
Das 24bit-Farbschema erlaubt, aus einer Auswahl von über 16 Millionen Farben eine Webseite zu gestalten. Es verhält sich allerdings so, daß die vom Autor der Seite gewünschte Farbe nicht unbedingt tatsächlich bei dem Betrachter der Seite genau so erscheint. Es spielen eine ganze Reihe an Faktoren eine Rolle, ob und wie eine Farbe dargestellt wird. Die Farbdarstellung ist unter anderem abhängig vom verwandten Browser, dem benutzten Betriebssystem, der Grafikkarte und dem Monitor des Seitenbesuchers.
In der Mehrzahl der Betriebssysteme und Browser existiert eine quasi als Standard definierte Farbpalette. Dieses Farbschema beschränkt sich auf die möglichen Farbkombinationen, welche mit 0%, 20%, 40%, 60%, 80% sowie 100% (≙HEX: 00, 33, 66, 99, CC, FF) Sättigung erreichbar sind. Somit bilden die drei Grundfarben eine Palette von 63 = 216 Farben. Wer sicher gehen möchte, daß sein Farbdesign plattformunabhängig so wie beabsichtigt dargestellt wird, sollte sich also auf diese Palette beschränken.
Innerhalb des RGB-Farbraumes lassen sich die Farben nicht nur über die Sättigungsstufen der einzelnen Farbanteile definieren, sondern auch über das HSL-Farbschema. Der Vorteil einer HSL-Farbnotation gegenüber der RGB-Notation liegt zum einen darin, dass es verständlicher ist, zum anderen darin, dass sich Farbabstufungen eines Farbtones sehr leicht erzeugen lassen.
Die diesem Farbschema zugrunde liegenden Werte haben folgende Bedeutung:
Farbton - innerhalb eines Farbkreises lassen sich entsprechend der Winkelaufteilung 360 unterschiedliche Farbtöne angeben.
Hierbei besetzen die drei Grundfarben rot, grün und blau folgende Werte:
Rot : 0 (=360) Grün: 120 Blau: 240
Gemäß dieser Aufteilung hat beispielsweise der Farbton violett einen Wert zwischen Blau(240) und Rot(360), also 300.
Sättigung - Dieser Wert gibt an, wie hoch bzw. niedrig der Grauanteil in dieser Farbe ist und wird prozentual ausgedrückt. Ein Sättigungswert von 0 entspricht hierbei einem Grauanteil von 100%, ein Sättigungswert von 100 stellt den reinen Farbton ohne jeglichen Grauanteil dar.
Helligkeit - gibt an, wie hoch die Helligkeit eines Farbtones ist, ein Helligkeitswert von 0 bedeutet unabhängig vom gewählten Farbton immer schwarz, ein Wert von 100 immer weiß.
Dieses einfache Farbschema erlaubt also die Definition von insgesamt 360 Farbtönen * 100 Sättigungsstufen * 99 Helligkeitswerten = 3.564.000 Farben sowie 101 reinen Grautönen.
Zur Notation dieses Farbschemas wird folgender Ausdruck benutzt:
hsl(h,s%,l%), ein leicht abgedunkelter
Violettton kann beispielsweise durch hsl(300,100%,75%)
ausgedrückt werden.
Diese Notation ist Bestandteil des
CSS3-Farbmoduls,
welches sich seit Mai 2003 in der Vorphase zur Spezifikation
befindet. Mit der Veröffentlichung des Firebird 0.7
und des Mozilla Browsers Version 1.6 im Januar 2004 sind schon die Gecko-Browser
in der Lage, dieses Farbschema umzusetzen.
Wie der HSL-Farbraum aufgebaut ist, zeigt ein Ausschnitt mit einer Palette von 3564 Farben. Eine Umwandlung von HSL-Kodierungen in RGB-Kodierungen und umgekehrt kannst Du mit einem Umwandler einfach erstellen.
Letztlich bietet sich noch die Möglichkeit, Farben über ihre Farbnamen oder über Systemfarben zu notieren. Da jedoch die korrekte Umsetzung dieser Farbnamen im Browser nicht garantiert ist, sollte man vorsichtig mit der Verwendung von Farbnamen sein, wie auch die Palette der Farbnamen zeigt. Eine rgb-Farbcodierung ist auf jeden Fall vorzuziehen.
Systemfarben sind diejenigen Farben, welche der Besucher einer Seite auf seinem System für das gesamte Aussehen des GUI, der Benutzeroberfläche, festlegen kann. Ein sinnvoller Einsatz dieser Systemfarben auf einer Webseite erfordert allerdings einiges an Überlegungen, da man ja die tatsächlich vom Betrachter eingestellten Farben nicht kennt und Farbkombinationen von schwarz/weiß bis kunterbunt vorkommen können. Wie die Farbpalette der Systemfarben auf Deinem System aussieht (und ein Vergleich mit der Palette auf meinem System), kannst Du in der entsprechenden Farbübersicht der Systemfarben sehen.